Wann sich der Weg lohnt
Typische Anlässe: Der Hersteller der Anlage existiert nicht mehr oder führt das Teil nicht mehr. Die Lieferzeit des Originals liegt bei Wochen, die Anlage steht aber jetzt. Das Original wird nur in Mindestmengen verkauft, gebraucht werden zwei. Oder das Teil war ein Spritzgussteil, dessen Werkzeug es nicht mehr gibt. In allen vier Fällen ist der 3D-Druck der kürzeste Weg zu einem funktionierenden Teil, und oft der einzige.
Nicht jedes Ersatzteil gehört auf einen Drucker. Zahnräder unter hoher Last, Teile im Dauerkontakt mit heißen Medien, druckführende oder sicherheitsrelevante Bauteile prüfen wir besonders kritisch und sagen Ihnen, wenn Fräsen oder ein Zukaufteil die bessere Lösung ist.
Vom Altteil zum Modell
Liegt ein CAD-Modell vor, laden Sie es hoch. Liegt keines vor, gibt es drei Wege: Ein einfaches Teil nehmen wir nach Handaufmaß und Skizze auf. Ein Teil mit Freiformflächen scannen wir und führen die Flächen zu einem Volumenmodell zurück, das sich später weiter ändern lässt. Ein Teil, das im Original Fehler hatte, konstruieren wir neu und beheben sie dabei: eine zu dünne Wand, ein Riss an der immer gleichen Stelle, eine Bohrung, die nie gepasst hat. Das Ergebnis ist ein sauberes STEP-Modell, das Ihnen gehört.
Werkstoff neu denken
Das Original war meist ein Spritzgussteil aus PA, POM, ABS oder PP. Ein gedrucktes Ersatzteil bekommt den Werkstoff, der zur Aufgabe passt, nicht den, der beim Spritzgießen üblich war:
| Anforderung | Werkstoff | Verfahren |
|---|---|---|
| belastbar, isotrop, dauerfest | PA12, PA11 | SLS |
| steif, formstabil, maßhaltig | PA6-CF, PA12-CF, PA12-GF | FDM, SLS |
| Gehäuse, Abdeckungen, Halter | PETG, ASA, PC | FDM |
| Dichtungen, Dämpfer, Puffer | TPU | FDM, SLS |
| Wärme, Medien, Sterilisation | PEEK, ULTEM, PPS-CF | Hochtemperatur-FDM |
Polyamide nehmen Feuchte auf, Photopolymere altern unter UV, faserverstärkte Werkstoffe sind steifer, aber spröder. Diese Unterschiede zum Original benennen wir im Angebot, damit Sie das Teil richtig einsetzen. Kennwerte finden Sie in der Materialübersicht.
Passung und Funktion
Ein Ersatzteil muss zu Gegenstücken passen, die es schon gibt. Deshalb fragen wir nach dem Gegenstück oder seinen Maßen und legen Passmaße darauf aus: Bohrungen etwas größer als das Nennmaß, Passflächen zur spanenden Nacharbeit vorgesehen, Gewinde als Einsatz. Bei Unsicherheit fertigen wir zuerst ein Muster, Sie prüfen den Einbau, dann folgt das Los. Die Regeln dazu stehen unter Toleranzen im 3D-Druck.
Beim zweiten Mal in Tagen
Das teuerste am Ersatzteil ist der erste Durchlauf: Aufnahme, Konstruktion, Muster. Danach liegen Modell, Werkstoff, Materialcharge, Anlage und Parametersatz bei uns hinterlegt. Die nächste Lieferung entsteht aus denselben Daten, in der Regel ab fünf Werktagen nach Abruf, und ist dasselbe Teil. Für Anlagen mit wiederkehrendem Bedarf richten wir einen Rahmenauftrag mit Abrufkontingent ein; das ersetzt das Ersatzteillager, siehe Serienfertigung ohne Werkzeug.
Grenzen, die wir benennen
Ein gedrucktes Ersatzteil ist ein neues Teil mit eigenen Eigenschaften, keine Kopie des Originals. Ob es die Funktion in Ihrer Anlage erfüllt, prüfen Sie im Einbau; wir liefern dafür die Angaben zu Werkstoff, Aufbaurichtung und Allgemeintoleranz. Für druckführende, sicherheitskritische oder medienberührte Anwendungen vereinbaren wir Anforderungen und Prüfumfang vorab in Textform.
Ablauf
- Sie schicken das Modell oder beschreiben das Teil: Fotos, Maße, Einbausituation, Werkstoff des Originals, wenn bekannt. Welche Angaben helfen, steht unter Dateiformate für den 3D-Druck.
- Wir bewerten die Machbarkeit, schlagen Werkstoff und Verfahren vor und nennen in der Regel innerhalb eines Werktages Preis und Termin, bei Rekonstruktion mit dem Aufwand dafür.
- Muster, Einbauprüfung, Los. Die Daten bleiben für die nächste Nachlieferung hinterlegt.