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Wissen · Preis

Was kostet
3D-Druck?

Zwei ähnlich große Teile können deutlich unterschiedlich teuer sein. Der Grund liegt selten im Material, sondern in der Maschinenzeit, der Aufbaurichtung und in dem, was nach dem Druck noch passiert. Wer das versteht, kann den Preis seines Bauteils beeinflussen, bevor er anfragt.

Der größte Posten: Maschinenzeit

Ein Drucker arbeitet Schicht für Schicht, und jede Schicht kostet Zeit, unabhängig davon, wie viel Fläche darin belegt ist. Deshalb hängt die Maschinenzeit weniger am Volumen des Bauteils als an seiner Höhe im Bauraum. Ein flacher Deckel mit 200 mm Kantenlänge und 8 mm Höhe ist in kurzer Zeit gedruckt; derselbe Deckel hochkant gestellt braucht ein Vielfaches. Das ist der Grund, warum wir die Aufbaurichtung nicht nur nach Festigkeit und Oberfläche wählen, sondern auch nach Zeit, und warum sich bei einem hohen Bauteil oft ein kurzes Gespräch darüber lohnt, ob es liegend gedruckt werden kann.

Werkstoff

Der Werkstoff kostet je Gramm, also nach Volumen. Bei Standardkunststoffen ist sein Anteil am Preis klein, bei Hochleistungskunststoffen wie PEEK und ULTEM wird er zum wesentlichen Posten, und der Druck läuft dort zudem langsamer. Bei FDM lässt sich Volumen sparen, indem massive Bereiche mit Füllstruktur gedruckt werden; bei SLS zählt das umgebende Pulver mit, das nur teilweise wiederverwendet werden kann.

Stütz­strukturen und Entpulvern

Bei FDM und SLA kosten Stützstrukturen Material und Zeit beim Druck und Handarbeit beim Entfernen; Überhänge unter 45° und freie Brücken über 5 mm erzeugen sie. Bei SLS entfällt das, dafür muss jedes Bauteil entpulvert und gestrahlt werden, und innenliegende Hohlräume ohne ausreichende Öffnungen machen das aufwendig oder unmöglich. Wie Sie Stützen und Hohlräume in der Konstruktion vermeiden, steht unter Wandstärken und Konstruktionsregeln.

Nach­bearbeitung

Glasperlstrahlen, Gleitschleifen, Färben, Grundieren und Lackieren nach RAL, Gewindeeinsätze, Fräsen von Pass- und Dichtflächen, Montage: Jeder Schritt steht einzeln im Angebot. Der teuerste davon ist meist die spanende Nacharbeit von Passmaßen, weil sie eine Aufspannung und ein Programm braucht. Deshalb lohnt es sich, nur die Maße eng zu tolerieren, die eine Funktion haben, und die Allgemeintoleranz für den Rest zu akzeptieren, siehe Toleranzen im 3D-Druck.

Stückzahl und Baujob

Ein Baujob hat Fixkosten: Aufheizen, Abkühlen, Rüsten, Entpacken. Je mehr Bauteile ihn teilen, desto kleiner der Anteil je Stück. Bei SLS lassen sich Teile im Pulverbett übereinander stapeln, deshalb sind kleine Teile in größerer Zahl dort günstig; bei FDM teilen sich Teile die Bauplatte, aber nicht die Höhe. Die sinnvolle Losgröße ergibt sich aus Geometrie und Bauraumbelegung, nicht aus einer festen Stückzahl. Wir rechnen sie mit Ihnen durch, siehe Serienfertigung ohne Werkzeug.

Termin

Die Regelfertigung läuft in der Regel ab fünf bis sieben Werktagen nach Freigabe, je nach Verfahren. Ein Termin darunter verdrängt andere Aufträge oder braucht einen eigenen Baujob und kostet entsprechend. Sagen Sie uns den Termin, wir sagen Ihnen ehrlich, ob er hält und was er kostet.

Was Sie selbst beeinflussen können

  • Bauteil so konstruieren, dass es liegend gedruckt werden kann, oder uns die Freiheit lassen, die Orientierung zu wählen.
  • Massive Bereiche vermeiden oder für Füllstruktur freigeben.
  • Überhänge anfasen, Hohlräume öffnen, Kanäle beidseitig zugänglich machen.
  • Nur funktionsrelevante Maße eng tolerieren und in der Zeichnung kennzeichnen.
  • Nachbearbeitung nur dort bestellen, wo sie gebraucht wird: Sichtflächen lackieren, Innenflächen lassen.
  • Bedarf bündeln: Ein Los mit zehn Teilen ist je Stück günstiger als zehn Lose mit einem Teil.

Warum wir keinen Sofortpreis anzeigen

Ein Konfigurator rechnet Volumen und Bauraum, aber er sieht nicht, dass eine Bohrung nachgearbeitet werden muss, ein Überhang gestützt oder ein Werkstoff für den Einsatz ungeeignet ist. Wir bewerten jedes hochgeladene Modell einzeln und begründen den Preis im Angebot, in der Regel innerhalb eines Werktages. Dabei sagen wir Ihnen auch, welche Änderung am Bauteil den Preis spürbar senken würde. Das dauert einen Tag länger als ein Sofortpreis und spart in der Regel den zweiten Auftrag.

Angebot

Laden Sie Ihr Bauteil hoch und nennen Sie Stückzahl und Einsatz. Sie erhalten in der Regel innerhalb eines Werktages ein Angebot, in dem steht, was den Preis treibt und was ihn senken würde.